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Nach Schattenbildern fragen sie
Und ob Visionen ich gehabt
Ihre Zukunft kommen seh
Ob Heilung ich für ihre Leiden hab.
 
Hab ihre Kinder auf die Welt gebracht
Meinen Leib hab ich ihrer Erde gegeben
Hab Wetter gerufen, dass das Korn gedeiht
Und das Vieh auf fetten Weiden grast.
 
Ihr Schicksal hab ich abgewendet
Für sie ins Himmelszelt geschaut
Mein Herz und meine Seele ihnen Jahrein Jahraus geschenkt
Mit den Göttern Zwiesprache gehalten.
 
In Frieden lebte ich Seite an Seite
War gern gesehen und hochgeachtet
Weise Frau ward ich genannt
Als Tochter der Göttin verehrt.
 
Doch übers Meer sah ich sie kommen
Fremde Mächte mit neuen Göttern
Die Macht liegt länger nicht in IHRER Hand
Muss weltlichen Herren weichen.
 
Furcht und Zweifel sie säen
Mit Lügen brennen sie die Furcht ins Fleisch
Sie zertrampeln alte Pfade
Und blenden sehende Augen mit Blut und Gewalt.
 
Es kommt die Zeit der Finsternis
Damit man ihre Feuer besser brennen sieht
Der Gestank nach Fäulnis und Tod ist der Wegweiser ihres falschen Heils
Sie bringen ihn uns mit ihren Scheiterhaufen.
 
Auf denen sie jene wie mich verbrennen
Die wissend sind und ihre Macht gefährden könnten
Mit ihren Giften töten sie unser Wissen
Löschen Erinnerungen mit Krankheit aus.
 
Sie wollen uns zum Schweigen bringen
Und entfremden die Welt sich selbst
Sie errichten steinerne Festungen auf den göttlichen Hainen
In denen sie ihre falschen Heiligen preisen können.
 
Die Hüterinnen treiben sie fort
Damit die Wahrheit untergeht
Verdammnis bringen sie in diese Welt
Mit ihrem zürnenden sanften Gott.
 
Dessen Liebe nur Qualen bringt
Und tödliche Feuerpfeile schießt er auf Menschenherzen
Sie verleugnen die Geister der Natur
Die so lange friedlich uns gedient.
 
Verdammnis sei, so sagen sie
Was seit Jahrtausenden Leben bringt
Sünde und Schmutz sehe sie in allem
Was immer ihre Stellung zu schwächen droht.
 
Ich weiß dass ich den Totenweg einst gehen muss
Den sie für meinesgleichen bereiten
Ich weiß dass sie nicht fähig zu verstehen
Weil ihre Augen blind, die Ohren taub, die Herzen tot.
 
Dem Teufel sei ich zugetan
Ihrem Teufel, den ich nie gekannt
Bekennen soll ich, so sagen sie
Doch meine Lippen bleiben stumm.
 
Weil ich nicht lügen kann
So spreche ich denn selbst mein Urteil
Weil meine Seele SIE nicht verleugnen wird
Ist mein Leben vor ihnen verwirkt.
 
So sei es denn, auf meinem Thron aus Holz
Will ich mit stolzem Haupte stehen
Will mutig meinen Blick gen Himmel richten
Damit ich Lunas Licht strahlen sehe.
 
Die Worte ihrer schwarzen Männer
Können mich nicht berühren
Und ihre Lügen mich nicht treffen
Noch schreckt mich die Verdammnis vor der sie warnen.
 
Meine Seele kennt die Wahrheit
Hat gesehen lange vor ihnen
So brauch ich ihre Prophezeiungen nicht
Die keine Herkunft haben denn den menschlich Mund der spricht.
 
Einzig tödlich mag mich treffen
Dass jene denen ich so oft gedient
Wunden geheilt und Kinder geholt
Mich nun verleugnen und beschimpfen.
 
Mit dem Finger auf mich zeigen
Um nicht neben mir zu stehen
Und mit mir den Weg ins Dunkel anzutreten
Doch in meinem Herzen ist nicht Zorn noch Unwill.
 
Weiß ich doch dass ihre Seelen voller Unschuld
Und Furcht allein sie in die Hölle treibt
Die man ihnen vor Augen hält
Um ihres Gehorsams sich zu versichern.
 
Das Himmelreich wird es nicht geben
Und keine Erlösung für erlittenes Leid
Unter dem Joch der neuen Herrscher
’s ist dies nur betrügerische Heuchelei.
 
Möge die Göttin ihren Seelen gnädig sein
Wenn ihre Stunde dereinst kommt
Sie vergisst ihre Kinder nicht
Auch wenn diese sich verirrt.
 
So schreite ich denn stumm
Nun ganz allein durchs Tor der Nacht
Hinein in ein neues Leben
Weiter auf den alten Pfaden.
 
Von Zeitalter zu Zeitalter
Verändern sich nur Gesichter
Doch bleibt im Wandel der Zeit
Das eine Wesentliche fortan immer gleich.
 
Die Feuer die entzündet
Erlöschen niemals mehr
Und die Scheiterhaufen brennen weiter
Schwarzer Rauch verfärbt die Welt.
 
In den Seele der Unwissenden
In den Herzen der Leichtgläubigen
Hat die trügerische List der neuen Rasse
Ihren Samen wohl gesät.
 
Für immer uns in die Dunkelheit verdammt
Weil das Grauen nie vergessen
Und die Schreie nie verklungen
Der Angst kein Einhalt mehr zu bieten ist.
 
So hat sie wirklich eine Hölle geschaffen
In welche Seelen stürzen
Doch ist solche nicht im Tod zu finden
Sondern in der Welt in der wir leben.
 
Wir töten unsere Brüder und Schwestern
Im Namen eines Glaubens der spricht
Sie zu lieben, zu ehren und zu schützen
Kein Leid einem anderen anzutun.
 
Was ist dies für eine Glaube, sage mir,
Der so doppelzüngig spricht
Und welches Recht hat er zu fordern
Das ihm ein jeder folgen mag.
 
Vergebt mir meine Freunde
Doch solchem Glauben folg ich nicht
Bleib meinen alten Wegen treu
Selbst auf den nächsten Scheiterhaufen.
 
Denn einzig dies kann Wahrheit sein
Dass man einander achten mag
Nicht rechtens ist zu urteilen was man nicht versteht
Und Liebe über alle anderen Mächte geht.
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