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Du warst im Rausch,
erfasst von der Sucht.
Der Sucht nach Gefahr,
dem Risiko,
diesem Tempo, das Dich befreite.
Du konntest nicht leben ohne diesen Speed,
doch er war Dein Tod.
Er kam nicht langsam und leise,
das tut er nie in diesem Spiel.
Er kommt plötzlich,
frontal, konfrontierend.
Dennoch, wieder, immer wieder.
Wenn du es einmal spürst,
kommst du nie mehr davon los.
Diese mächtigste aller Drogen besiegt jede Angst.
Und Du wusstest, warum.
Und Du sahst das tödliche Dunkel
hinter dem Licht des Ruhmes.
Das Ende kam plötzlich, viel zu plötzlich.
Der Schock wird in keinem vergehen,
von uns, von ihnen.
Ein schwacher Trost, in unseren Herzen:
Du hattest nicht zu leiden.
Kein Schmerz, eine Gnade dieses Mysteriums.
Doch so schmerzlich uns Dein Tod auch traf,
wir werden lernen damit zu leben
und beginnen, es zu verstehen.
Du warst Dir des Risikos immer bewusst.
Und vielleicht warst Du gerade deshalb süchtig danach.
Wenn diese Sucht Dich tötet,
tut sie es schnell und Du,
Du wolltest nie langsam sterben,
denn Dein Leben war das Tempo
und der Tod gehört zum Leben.
 
In Erinnerung an Ayrton Senna da Silva, einen der größten Rennfahrer seiner Zeit