.

Der Ton, mit dem die Klingen aufeinandertrafen, ließ das Glas der hohen Kuppel über ihnen erzittern, bis es erste Risse bekam. Er brach sich an den Wänden, vermischte sich mit ihrem Keuchen zu einer unheimlichen Melodie, die schmerzhaft in seinen Ohren verhallte.

Sein Gegner und er führten die Klingen mit unmenschlicher Kraft, sodass bei jedem Aufeinandertreffen Funken stoben. Die Schockwellen pflanzten sich von den Waffen in seinen Körper fort, erschütterten sein Innerstes, zerrten an den Eingeweiden. Obwohl er als Killer des Vatikans bekannt war und trotz seines Wissens um die Natur seines Gegners, überraschte ihn die Wucht seiner Schläge. Das gebrechliche Äußere des vermeintlich siebzigjährigen José San Diago war nur Fassade. In einer Hülle aus faltiger Haut steckte noch immer der Geist eines jungen, entschlossenen Kriegers.

Sie kämpften beide nicht zum ersten Mal. Er, ein Saint – ein ausgebildeter Elitekiller des Vatikans; San Diago, Professor der Biochemie, Sammler antiker Waffen und Inhaber des San Diago-Pharma-Konzerns. Sie hatten schon viele Kämpfe dieser Art ausgetragen, darum war wohl auch seinem Gegner klar, dass einer von ihnen zum letzten Mal focht.

Der Gedanke, was die vielen Splitter berstenden Glases mit ihnen anrichten würden, wenn die Kuppel brach, konnte ihn ebenso wenig davon abhalten, weiterzukämpfen, wie das allmählich einsetzende Taubheitsgefühl in seinen Muskeln. Die Schwerter waren massiv, nicht leicht zu handhaben, auch wenn er ebenso wie San Diago die meiste Zeit seines Lebens im Umgang mit ihnen geschult worden war. Doch sie fochten jetzt schon über eine halbe Stunde, ohne dass einer von ihnen die Oberhand gewann. Eine Tatsache, die Respekt vor dem Gegner hervorrief, denn nicht viele waren in der Lage, einen derart hart ausgetragenen Kampf so lange durchzuhalten. Gewöhnliche Menschen verloren schon nach wenigen Minuten die Kontrolle über eine solch schwere Waffe. Zu Zeiten der Ritter hatte man von maximal zehn Schlägen gesprochen, bis ein Kampf entschieden oder der Rückzug angetreten werden musste. Aber sein Gegner und er waren anders. Genau das war der Grund, warum sie hier kämpften.

Er legte ein freudloses Grinsen auf. Es kann nur einen geben – netter Slogan. Mit der Ehre eines Highlanders hatte ihr Kampf nichts zu tun, obwohl sie beide genauso gottverflucht waren wie der unsterbliche Held dieser Filmsaga.

In der Zentrale des San Diago-Konzerns herrschte Dunkelheit und abgesehen von den Kampfgeräuschen auch völlige Stille. Die Mitarbeiter waren um diese Zeit, kurz nach zwei Uhr in der Nacht, zu Hause in ihren Betten. Die beiden Securitymänner der Nachtwache lagen, von ihm ausgeschaltet, vor ihren Wachmonitoren. Er hatte dafür gesorgt, dass es keinerlei unerwartete Störung geben würde, ehe er San Diago in dessen Büro überraschte. Der dort begonnene Kampf verlagerte sich schnell hierher auf die große Plattform, wo nur diffuses Licht von außen einfiel und ihre Körper wie bizarre Schatten von miteinander kämpfenden Dämonen erscheinen mochten.

Die Blitze des tobenden Gewitters erhellten von Zeit zu Zeit die Empore unter der Kuppel. Der gerechte Zorn Gottes, dachte er, als eine weitere Salve von Blitzen über das schwarze Firmament zuckte, gefolgt von ohrenbetäubendem Donner, der offenbar seinerseits von außen das Glas zum Zerbersten bringen wollte.

Sein kurzes schwarzes Haar klebte ihm an der Stirn, seine Augen brannten vor Schweiß. Sein Blut rauschte ihm inzwischen in den Ohren, der Puls raste so schnell, dass er zuweilen glaubte, seine Adern müssten beim nächsten Aufeinandertreffen der Klingen zerplatzen. Dennoch verfolgte er wachsam jede Bewegung San Diagos, war auf der Hut vor seinen Attacken und achtete – hoffte – auf jedes noch so leise Zeichen von Ermüdung. Bisher blieb dieses aus, was ihn beunruhigte. So lange hatte ihm noch keiner standgehalten. Er spürte, wie seine Kraft und Konzentration allmählich nachließ.

Seine Auftraggeber bezeichneten San Diago als eine Ausgeburt der Hölle, die es zu vernichten galt, damit er nicht weiter das Verderben in der Welt verstreute. Er jedoch sah nur einen alten Mann mit ergrautem Haar und tiefen Linien im Gesicht vor sich, dessen Augen nicht frei von Furcht waren, wenngleich dies seiner Entschlossenheit und Würde keinen Abbruch tat. Wäre er kein Feind gewesen, er hätte ihn bewundern können. Doch dafür war kein Platz; sein Auftrag lautete, ihn zu töten und jemanden, den man bewunderte, tötete man nicht mehr so leicht.

»Geben Sie auf, San Diago«, zischte er. »Sie vergeuden meine Zeit. Für dieses Spiel sind Sie zu alt.« Er wollte ihn herausfordern, zu einer leichtsinnigen Handlung reizen. Körperlich stand ihm der Ältere kaum nach. Seine Muskeln waren sehnig, die Bewegungen geschmeidig, was verdeutlichte, dass er regelmäßig mit Hieb- und Stichwaffen trainierte. Also lag seine einzige Chance darin, eine unbedachte Attacke zu forcieren.

»So leicht mache ich es dir nicht, mein Junge. Vor dir haben es schon viele von deiner Sorte versucht, und sie alle ruhen in der Erde unter diesem Gebäude. Mach dich bereit, dich bald zu ihnen zu gesellen.«

Er lachte trocken und humorlos. »Das hätten Sie wohl gern. Aber die Gerechtigkeit ist auf meiner Seite. Ich kämpfe mit Gottes Segen und im Auftrag seiner Kirche.«

»Diese Lüge hat deine Freunde auch nicht gerettet«, höhnte San Diago und führte den nächsten Schlag mit so viel Kraft, dass er einen Ausfallschritt machen musste, um ihn überhaupt abzufangen. Er strauchelte, Schmerz durchzuckte seine Schulter, aber er bremste die Klinge, bevor sie ihm die Kehle durchschnitt.

Schweiß rann ihnen über die Gesichter und durchtränkte ihre Kleidung; machte sie schwer, was jede Bewegung in eine Mühsal verwandelte. Wie lange noch, alter Mann?, fragte er sich im Stillen. Hass glomm in seinem Herz, weil dieser jahrelang in ihm geschürt worden war. Er fand den Spiegel dieser Emotion in San Diagos Augen. Der Alte war genauso entschlossen wie er. Einer von ihnen musste sterben.

Für einen Augenblick hielten sie inne, pressten den Stahl gegeneinander, versuchten jeder für sich, einen Millimeter mehr Raum zu erlangen. Seine Nasenflügel blähten sich, während die Kiefer so fest aufeinander mahlten, dass er die Knochen knirschen hörte. Ein leichtes Zittern in San Diagos Armen signalisierte ihm, dass sich der Alte mit diesem Angriff wohl übernommen hatte, der Sieg zum Greifen nahe lag. Jetzt oder nie. Er stieß sich ab, ließ seinen Gegner einen Schritt nach vorn taumeln, den er dazu nutzte, den Griff seines Schwertes fester zu umfassen. Er machte eine halbe Drehung, um versetzt hinter San Diago zu stehen. Dann führte er die Waffe zum letzten Streich gegen dessen Nacken.

Die Klinge glitt durch das menschliche Fleisch wie ein heißes Messer durch ein Stück Butter. Fast kein Widerstand. Nur das widerliche Gurgeln, als Luftröhre und Schlagader durchtrennt wurden. Der Schädel rollte über den Boden, die Augen waren in ungläubigem Schreck aufgerissen. Als der Torso vornüber sackte und das Schwert zu Boden fiel, fuhr die Hand, die eben noch so zielsicher die Waffe geführt hatte, instinktiv zum Amulett, das unter dem Hemd verborgen lag und dessen Kette nun vom blutenden Stumpf des Halses glitt. Nur darum ging es bei diesem Kampf – bei jedem Kampf.

Keuchend ließ er sich auf die Knie sinken. Es war vorbei, für dieses Mal. Jede Faser seines Körpers zuckte unter dem überwältigenden Schmerz. Sein Blick verschwamm für einen Augenblick, weil die Erschöpfung fast zur Ohnmacht wurde. Es gelang ihm gerade so, bei Besinnung zu bleiben. Im Stillen dankte er seiner jahrelangen harten Ausbildung, die es ihm ermöglichte, jegliche Signale von Pein und Ermüdung auszuschalten, bis es vorbei war. Ansonsten hätte San Diago ihn sicher getötet. Noch keiner war so stark gewesen wie dieser alte Mann.

Eine Minute gönnte er sich, um wieder Atem zu schöpfen und die Taubheit aus den Armen weichen zu lassen, damit er wieder Kontrolle über seine Bewegungen erlangte. Rasch entwand er dann das Amulett den toten Fingern, betrachtete die silberne Münze mit Abscheu. Blutgeld hatte in diesem Fall eine ganz eigene Bedeutung.

Der rote Lebenssaft des Konzernchefs ließ sich nur schwer entfernen, klebte zäher als gewöhnliches Blut an seinen Fingern und dem Medaillon. Schließlich wickelte er den Silberling in ein Taschentuch und steckte ihn in seine Weste. An seine Vorgänger, die bei ihrem Auftrag, das Mitglied der Ikarus-Loge zu töten, gescheitert waren und nun im Keller der Konzernzentrale verrotteten, verschwendete er keinen Gedanken. Wer scheiterte, gehörte nicht mehr zu ihnen und verdiente weder Mitleid noch eine ehrenvolle Bestattung. Dass auch er vielleicht eines Tages irgendwo von ihren Feinden verscharrt wurde – oder liegen gelassen, damit die Krähen sein Fleisch von den Knochen tilgten – kümmerte ihn nicht. Er wusste, er war einer der Besten, also ließ der Tag seiner Niederlage hoffentlich noch lange auf sich warten.

Er säuberte seine Klinge am Leichnam und ließ den Toten achtlos zurück. Die Sicherheitsleute würden ihn ebenso wie ihre toten Kollegen am nächsten Morgen finden, die Nachricht vom Tode San Diagos sich wie ein Lauffeuer unter den Angehörigen der Ikarus-Loge verbreiten, noch ehe die Presse es richtig ausschlachten konnte.

Bis dahin wäre er längst über alle Berge, und Spuren hinterließ seinesgleichen nie.

Er war siebenunddreißig, auch wenn er sich manchmal wie ein Greis fühlte. Die Kämpfe zermürbten einen Mann auf Dauer, egal, wie stark er an Körper und Seele sein mochte. Wie viele außer ihm zu dem Kriegerorden der Saints innerhalb des Kirchenstaates gehörten, der ihn ausgebildet hatte, wusste er nicht. Es gab keine Freunde, keine engeren Kontakte, keine Gefährten und niemanden, der einem anderen den Rücken deckte. Sie hatten Stützpunkte auf der Welt, wo sie sich auf ihren Missionen für kurze Zeit verstecken, Informationen einholen oder um ein Aufräumkommando bitten konnten, wenn bei einem Auftrag etwas schiefgelaufen war und es ungewollte Zeugen gab. Ihm war solch ein Fehler noch nie unterlaufen, doch er wusste, manchmal kam so etwas vor und ein Saint durfte sich nicht länger am Ort der Hinrichtung aufhalten als unbedingt nötig. Für den Rest waren andere zuständig.

Namen kannte man untereinander nicht und die spielten auch keine Rolle. Sein jetziger war ebenfalls nichts weiter als ein x-beliebiger Deckname, der in seinem aktuellen Ausweis stand. Seinen richtigen Namen kannte niemand, nicht einmal die vom Orden, außer vielleicht dem Obersten.

Manchmal zweifelte er sogar, ob er ihn selbst noch wusste, oder ob der Name, der in seinem Gedächtnis ruhte, nicht auch nur einer von vielen war, die man ihm gegeben hatte.

Schon als Kind hatte er die Mauern des Vatikanstaates betreten und sie seitdem nie wieder ganz verlassen. Selbst auf diesen heiligen Missionen blieb ein Teil seiner Seele in der Krypta unterhalb der Archive, wo die erbarmungslose Ausbildung stattfand. So tief unter den Kirchenmauern verborgen, dass selbst der Papst nichts von ihrer Existenz ahnte.

Vor vielen Hundert Jahren hatte ein Vorgänger des heutigen Pontifex den Orden ins Leben gerufen, für den er nun tötete, um diese niederträchtige Brut von Bluttrinkern zu vernichten und der Kirche zurückzuholen, was ihr rechtmäßig zustand. Die Silberlinge, mit denen sie ihre Unsterblichkeit vom Teufel erkauft hatten. Es war wichtig, so lehrten es die Ausbilder, die Münzen umgehend nach der Exekution auf den heiligen Boden des Vatikans zu bringen, damit der Teufel sie sich nicht holte und die Seele des Untoten wiederauferstehen ließ. Wie viel er von diesem mystischen Gerede glaubte, spielte keine Rolle. Er hatte in seinem Leben so viele Lügen gehört, dass es auf ein paar mehr oder weniger nicht ankam. Die Kirche sorgte gut für die Saints, solange sie ihr von Nutzen waren. Für Versager war in den himmlischen Heerscharen noch nie ein Platz gewesen. Märtyrer gab es woanders, nicht bei ihnen.

Er blickte auf seine Armbanduhr. Wenn er sich beeilte, konnte er den ersten Flieger morgen früh zurück nach Rom noch bekommen, dann wäre er vor der Mittagsmesse im Vatikan, um seine Fracht abzuliefern und den nächsten Auftrag entgegenzunehmen.

Mit bitterem Lächeln fragte er sich, wer von seinen Brüdern wohl versagt hatte, wessen Auftrag er übernehmen sollte und ob er diesmal vielleicht ebenfalls scheitern würde.

Es war keine Angst, die er bei diesem Gedanken empfand. Vielmehr stellte er sich die Frage mit emotionaler Distanz, einfach aus der Erkenntnis, dass er nicht ewig leben konnte. Er war genauso wenig unsterblich wie die Männer, die er tötete.

Vampire? Nein, er glaubte nicht daran. Sie waren aus Fleisch und Blut und starben, wie jeder Mensch starb, wenn man ihr Herz durchbohrte oder ihren Kopf von den Schultern trennte. Verletzte man ein anderes lebenswichtiges Organ, verbluteten sie langsam. Aber sie starben und kehrten nicht zurück. Die Enthauptung führte er nur deshalb durch, weil der Kodex es so vorsah. Die Münzen brachte er gemäß den Vorschriften seinem Befehlshaber. Er wusste, es kostete ihn sein Leben, wenn er sie zurückließ. Doch dass einer dieser toten Körper wiederauferstand, wenn er ihm den Silberling ließ, konnte er sich nicht vorstellen. Noch weniger, dass der Teufel dabei seine Finger im Spiel haben würde.

Egal, wie viele Psalmen sie ihm eingetrichtert, wie oft er die Bibel hatte lesen müssen und wie häufig man ihn Stock und Peitsche hatte spüren lassen, sein Verstand ließ sich nicht von religiösem Fanatismus benebeln und blenden. Er erledigte einen Job. Solange er das gut tat, besaß er freie Hand, was das wie, wo und wann anging, eine Kreditkarte ohne Limit und die beste medizinische Versorgung, die man bekommen konnte. Bei seiner Arbeit zählte nur, dass der Kopf am Ende von den Schultern getrennt und das Blutgeld des Judas in die rechtmäßige Obhut zurückgebracht wurde.

Er schnaubte. Ein Silberling war wohl ein höchst geringer Preis für eine Seele und ihre Unsterblichkeit. Selbst für den Teufel.

Er wusste nicht, wen er da in Wirklichkeit tötete und warum, hatte weder danach gefragt noch je ernsthaft darüber nachgedacht. Dass es einen Grund gab, bezweifelte er nicht und die Macht der Kirche stellte er nicht infrage. Wenn die jemanden tot sehen wollten, musste dieser jemand auch sterben. Das war zu allen Zeiten so gewesen und die Entsandten waren nie zimperlich, ob nun Kreuzritter, Inquisitoren oder Missionare.

Welche Rolle spielte es schon, ob er der Henker war oder ein anderer? Es gab schlechtere Jobs.

»Hey Mann, brauchen Sie ein Taxi?«

Er zuckte zusammen, stieß einen leisen Fluch aus, weil er so in Gedanken versunken war, dass seine Aufmerksamkeit darunter litt. San Diago hatte ihm doch mehr abgefordert, als er gewohnt war. Ein Glück, dass er schon weit vom Konzern entfernt war, sonst hätte dieser Taxifahrer ihn womöglich mit dem Tod des Konzernbosses in Verbindung gebracht, wenn dieser in den nächsten Tagen durch sämtliche Medien ging. Immerhin genoss der San Diago-Konzern ein hohes Ansehen in der Bevölkerung, weil er sich für wohltätige Zwecke einsetzte. Schöner Schein und Heuchelei. Darin unterschied sich die Ikarus-Loge nicht von der Katholischen Kirche.

Fast alle Ikarus-Mitglieder leiteten führende Weltkonzerne oder bekleideten andere wichtige Ämter und machten ihren Einfluss und Reichtum geltend, um Bedürftigen zu helfen. Eine gute Publicity war der beste Schutz, den man vor öffentlicher Denunzierung haben konnte. Je krimineller man in Wahrheit war, desto mehr musste man auf eine gute, positive Lobby achten.

Der Mann wartete immer noch auf eine Antwort und blickte ihn hoffnungsvoll an.

»Ja«, antwortete er heiser. »Zum Flughafen.«

»Wo ist Ihr Gepäck?«

Der Taxifahrer wollte lediglich hilfsbereit sein, dennoch ärgerte er sich über die Frage. Unauffällig tastete er nach dem Schwert, das er verborgen unter dem schwarzen Mantel an seiner Seite trug, und musterte den Mann mit dunklem Blick. Dieser schrumpfte sichtlich zusammen, rückte sich hinter dem Steuer zurecht und wartete wortlos, bis er eingestiegen war.

Er nahm auf der Rückbank Platz, schlug den Kragen seines Mantels hoch und signalisierte so, dass er nicht an einem Gespräch interessiert war. Aber ob der Fahrer überhaupt noch einmal das Wort an ihn gerichtet hätte, war ohnehin fraglich. Er blickte in den Rückspiegel, das kalte Funkeln in seinen grünen Augen erschreckte selbst ihn. Kein Wunder, dass der Mann Angst vor ihm bekam. Wenn man so lange als Killer durch die Welt reiste, blieb etwas an einem haften, das die Menschen instinktiv wahrnahmen.

Das Schwert würde er wie immer am Flughafen zurücklassen. In einem Schließfach, wo es von jemandem abgeholt wurde, der es verschwinden ließ. Schade um die gute Klinge, aber darüber brauchte er sich keine Sorgen mehr zu machen. Sobald er an seinem neuen Zielort ankam, wartete dort bereits eine neue – ebenso gute – Waffe auf ihn. Der Orden kümmerte sich um alles. Er wusste alles. Er kontrollierte alles. Nur sein Innerstes, das gehörte ihm allein, auch wenn ein Teil nie bei ihm war.

Joomla templates by a4joomla